Aber will ein Kärntner Jäger wirklich den Wolf erschießen? Spricht man darüber mit Jägern außerhalb des Fitnessstudios, bekommt man immer die gleiche Antwort: Die Angst vor Anfeindungen und Morddrohungen ist sehr groß. Fälle aus der Vergangenheit haben es bewiesen. So wie 2014 in Greifenburg, als ein Bauer einen Wolf erschoss, der in seinem Stall nistete und Tiere tötete. „Sie haben den Stall geplündert und massenhaft bedroht“, sagte Roman Kirnbauer, Beauftragter der Kärntner Wölfe. Die Kärntner Jäger werden nicht müde zu betonen, dass sie den Jäger, der den Wolf schließlich erlegt, voll und ganz unterstützen. „Solange alles im gesetzlichen Rahmen abläuft“, sagt Geschäftsführer Deutschmann. Apropos rechtliche Fragen: Laut Verordnung darf der gefährliche Wolf noch bis zum 11. Mai im Stall gejagt werden. Die Bewilligung verlangt, dass sich der Wolf in einem Umkreis von 200 Metern um von Menschen genutzte Gebäude, Ställe und Weiden aufhält, heisst es in einer Mitteilung von Jagdinspektor Martin Gruber (ÖVP).
Drei-Schritte-Tutorial: Wie man einen Wolf erschießt
Doch wie jagt man einen als äußerst schlau geltenden Wolf richtig? Auch Jäger haben darauf eine Antwort. In den kommenden Wochen wird es für Jäger in den betroffenen Gebieten eigene „Wolfsschießstunden“ geben. In drei Stufen: Rechtsauskunft, Information eines Wildbiologen, wie der Wolf tickt und schließlich Erfahrungsaustausch mit einem Jäger, der das Tier bereits außerhalb Österreichs gejagt hat. An das Land wurde auch mit der Bitte herangetreten, die Wolfsjagd mit Nachtsichtgeräten zuzulassen. Die Entscheidung in dieser Frage steht jedoch noch aus. Natürlich werden diese Verhaltensweisen vom WWF mit wenig Zustimmung behandelt. „Der Wolf ist in Kärnten nicht vom Himmel gefallen. Wir warnen seit Jahren vor dieser Entwicklung. Aus unserer Sicht ist der Schutz der Herden die einzig richtige Lösung. Aber die Landwirte sind nicht gut informiert. Es wird gemunkelt, sie abzuschießen.“ wäre „der einzige Weg”, sagte WWF-Sprecher Florian Kozak. Übrigens war die einzige Alternative, die an diesem Tag an der Stall High School diskutiert wurde, eine gelbe Flechte, die den Wolf vergiften soll.
Kritik an Wien und Brüssel
Sie wissen, dass die Stallers aus ihrer Sicht provokativ sind: „Aber unsere Wut ist riesig, wenn uns Leute aus Wien oder Brüssel erklären, wie wir unsere Zäune bauen sollen, um uns vor dem Wolf zu schützen. Sie kennen den Wolf aus dem Zoo oder „Märchen“. Papier sind zwei verschiedene Dinge. Wenn das so weitergeht, wird es ein Alptraumsommer”, sagt ein Bauer. Wenn das Tier, das im vergangenen Jahr mit einem Wolf in Not auf Almen im Gailtal und Oberdrauburg erfolglos war, tatsächlich erschossen wird, bleibt die Frage, was als nächstes zu tun ist. „Tu mir einen Gefallen und stell den Kadaver dann nicht dem Kirchenwirt auf den Tisch oder poste Fotos in den sozialen Medien“, sagt Deutschmann.
Die Anwendungsgruppen gegen den Wolf
Stahls Gedanken sind nicht so weit weg. Hier steht die Organisation im Vordergrund. Ihre WhatsApp-Gruppen werden auf Wolfsansichten durchsucht, um schnell einen Jäger zu informieren – denn nur er darf das Tier erlegen. Manchen scheint das nicht schnell genug zu gehen. Die Frau in der dritten Reihe, die direkt unter den Turnringen sitzt, hält sich lieber an eine angebliche Aussage des Salzburger Landeshauptmannes. „Beim Wolf kann es nur die 4S geben: gucken, schießen, schaufeln, Klappe halten.“