63 Lichtjahre entfernt – Forscher entdecken 30 neue Kometen
Stand: 11:50 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Es erscheint oft in Schwärmen: Außerirdische, die neben einem Stern fliegen
Quelle: ESO/L. Gehweg
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Wie entstehen Kometen? Die Theorie war bisher wie Fragmente in Sternkollisionen. Die Entdeckung neuer Himmelskörper in 63 Lichtjahren Entfernung deutet nun darauf hin, dass die Wissenschaft hier richtig ist. Wie bei ihren Dissertationen über die Grundlagen des Lebens.
Ein Forscherteam aus Frankreich, Brasilien und den Niederlanden hat mit der US-Raumsonde TESS bis zu 30 Kometen in der Nähe des 63 Lichtjahre entfernten Sterns Beta Pictoris lokalisiert. Erstmals konnten Astronomen die Größenverteilung der Sterne im Schweif eines anderen Sterns analysieren. Die zwischen 3 und 14 Kilometer großen Außerirdischen haben eine ähnliche Verteilung wie unser Sonnensystem – und müssen sich daher ähnlich gebildet haben, schreiben Wissenschaftler im Fachblatt Scientific Reports.
Beta Pictoris ist ein junger Stern, der noch von einer Gas- und Staubscheibe umgeben ist, in der sich noch Planeten bilden können. Astronomen haben bisher zwei große Planeten im System entdeckt – und auch Spuren von Kometen. „Seit dreißig Jahren werden Kometen beobachtet, die vor dem Stern vorbeiziehen, wie er vor der Erde zu sehen ist“, erklären Alain Lecavalier des Etangs von der Universität Sorbonne in Frankreich und seine Kollegen.
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Kometen werden geliefert, weil ihre Schweife aus Gas und Staub in diesen Passagen Sternenlicht bei bestimmten Wellenlängen schlucken – und diese Absorption erscheint dann als dunkle Linien im Beta-Pictoris-Bereich. Wissenschaftler haben sich nun einer anderen Beobachtungsmethode bedient: Mit TESS, dem Transiting Exoplanet Survey Satellite, haben sie die Helligkeit des Sterns 156 Tage lang mit hoher Genauigkeit überwacht.
TESS dient der Suche nach Planeten in der Nähe anderer Sterne: Wenn ein solcher Planet von der Erde aus gesehen vor dem Stern vorbeizieht, wird das Licht der Sterne leicht gedimmt und damit sichtbar. Auch der Vorbeiflug eines Kometen mit seinem langen Schweif führt zu einer solchen Schwächung, wenn auch in geringerem Maße. Insgesamt 30 solcher Kometentransite konnten die Forscher in den TESS-Daten identifizieren. Anhand der Stärke der Schwächung konnten sie auch auf die Größe des Kometen schließen.
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Damit war es erstmals möglich, die Größenverteilung von Kometen in der Nähe eines anderen Sterns zu bestimmen. „Sechzehn der Kometen haben einen Durchmesser von drei bis vier Kilometern – aber nur vier sind zwischen sechs und acht Kilometer und nur einer zwischen acht und zehn Kilometer groß“, so die Wissenschaftler. Daher sind kleine Kometen in Beta Pictoris viel häufiger als große. Die Verteilung ist also ähnlich wie in unserem Sonnensystem.
Für Forscher ist dies ein Hinweis darauf, dass die Entstehung und Entwicklung von Kometen in Beta Pictoris ähnlich war wie in unserem Planetensystem. Eine solche Größenverteilung tritt auf, wenn Himmelskörper häufig zusammenstoßen und zerfallen – manchmal aber auch wieder zu größeren Körpern verschmelzen. Für Astronomen ist das eine wichtige Erkenntnis, denn Kometen brachten wahrscheinlich einen Großteil des Wassers ins innere Sonnensystem und damit auf die Erde. Solche Prozesse sollten daher in anderen Planetensystemen in ganz ähnlicher Weise ablaufen.