2017 wurde Becker für insolvent erklärt. Allerdings dauert der Prozess fünf Jahre und der Deutsche findet immer Wege, ihn hinauszuzögern. Es geht bis zur Klage auf Insolvenzverschleppung. Anstatt sein gesamtes Privatvermögen preiszugeben, veruntreute der sechsmalige Grand-Slam-Sieger Dinge.
Dafür wurde Becker für schuldig befunden
427.000 Euro beschlagnahmte er aus seinem Vermögen und übertrug es an Dritte, darunter seine beiden Ex-Frauen Barbara (55) und Lili (45). Außerdem soll er den Besitz einer Liegenschaft in Leimens Heimatstadt, einen 825.000-Euro-Kredit einer Bank in Liechtenstein und Anteile an einem 75.000-Euro-Datenunternehmen verschwiegen haben. Diese Punkte sah die Jury als erwiesen an. Natürlich könnte Becker auch Glück haben und mit Sozialarbeit zu einer Bewährungsstrafe verurteilt werden. Viele andere Stars sind mit ähnlichen Vergehen davongekommen. Doch die britische Justiz ist bekannt für ihre harten Urteile zu Steuerhinterziehung oder Insolvenzverschleppung.
“Verurteilung ist eine klare Warnung”
Becker soll ein Vorbild für Dean Beale sein, den Chef der britischen Konkursbehörde. „Dieser Glaube ist eine klare Warnung an alle, die glauben, sie könnten ihre Sachen verstecken und damit davonkommen. “Sie werden entlarvt und strafrechtlich verfolgt”, sagte er nach dem Urteil der Geschworenen. Experten schätzen, dass Becker drei bis fünf Jahre hinter Gittern verbringen könnte. In diesem Fall würde der jüngste Wimbledon-Champion heute festgenommen und eingesperrt. Er würde vorerst in der britischen Hauptstadt bleiben, bevor er in eine dieser drei Institutionen versetzt wird.