Im großen Saal des Wiener Funkhauses finden derzeit die Proben statt: Béla Bartoks Halbbühnenoper „Bluebeard’s Castle“ und James MacMillans „The Confession of Isobel Gowdie“, ein Requiem für ein Hexenverfolgungsopfer. Saison, ist Freitag (29. April). ) im Wiener Konzerthaus im Programm. Zwei Projekte für zwei missbrauchte Frauen, sagt RSO-Chefdirigent Marin Alsop. „Deshalb werden wir zur Eröffnung ein neues Werk einer Komponistin spielen“, ergänzt sie.

Marin Alsop ADRIANE WEISS Das Lied „Round a Roundabout“ der berühmten ungarischen Komponistin Judit Varga wird uraufgeführt. Auch die von Frauen komponierte zeitgenössische Musik wird in der nächsten Saison stark vertreten sein, da das RSO alle vier seiner Kompositionen an Frauen vergeben hat. „Ist das nicht spannend? Ich finde das toll. Gerade in einer Stadt wie Wien, wo Gleichberechtigung schon lange nicht mehr das oberste Gebot ist“, sagt Alsop, die in ihre vierte Saison als RSO-Chefin startet.

Moderne Klassiker und große Solisten

Und es fängt super an: Im August reist Alsop mit der Band zu den legendären BBC Proms nach London. Wieder wird Bartók gespielt und diesmal ein Werk der jungen Komponistin Hannah Eisendle – die amerikanische Dirigentin hat die Möglichkeit, zeitgenössische österreichische Musik einem weltweiten Klassikpublikum vorzustellen. „Es ist enorm wichtig, dass viele Menschen auf die Qualität achten, die in diesem kleinen Land produziert wird.“ Kurz zuvor ehrt das RSO einen modernen Klassiker, den György Ligeti, bei den Salzburger Festspielen zum 100. Geburtstag. Das Internationale Brucknerfest Linz, das ORF musikprotokoll im sterischen herbst und die Hollywood Konzertgala in Wien und das Christmas in Vienna sind ebenso Fixpunkte im Kalender wie Konzerte von Solisten wie Gidon Kremer, Igor Levit und Gabriela Montero.

Opernorchester ebenfalls unter Herheim

Gemeinsam mit Markus Poschner wird an der vollständigen Erfassung der Bruckner-Vereinbarungen gearbeitet. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf Schostakowitschs Partner Mieczyslaw Weinberg. Im Theater an der Wien im Museumsquartier steht die Oper „Der Idiot“ auf dem Programm. Mit insgesamt vier Produktionen bleibt das RSO auch unter dem neuen Intendanten Stefan Herheim der Oper verbunden. RSO-Chef Marin Alsop wird in der nächsten Saison nicht als Operndirigent auftreten, verrät aber, dass es 2023/24 sein wird. „Mit einem Projekt, das Sie vielleicht kennen“, sagt er augenzwinkernd, ohne ins Detail zu gehen. In den kommenden Spielzeiten könnte sich die eine oder andere Möglichkeit ergeben: Der Vertrag von Alsop als Chef des RSO wurde kürzlich bis 2025 verlängert.

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