„Der Hochwasserschutz im Unterinntal ist ein Mammutprojekt, bei dem das Land Tirol gemeinsam mit dem Bund die Gemeinden und Wasserhaushaltsverbände tatkräftig unterstützt. „Mit einem Sonderbeitrag des Landes für große Hochwasserschutzprojekte entlasten wir die Kommunen um etwa die Hälfte.“ erklärt LHStv Josef Geisler. Die Kosten für den Hochwasserschutz im mittleren und unteren Unterinntal werden auf rund 600 Millionen Euro geschätzt (Preisbasis 2019). Davon müssen die für den Katastrophenschutz zuständigen Kommunen rund 100 Millionen Euro schultern. Der Bund übernimmt bis zu 85 Prozent der Hochwasserschutzkosten. Als Infrastrukturanbieter beteiligen sich ÖBB, ASFINAG, TIWAG und die Landesstraßenverwaltung. Für dieses Jahr sind 1,2 Millionen Euro an Sonderbeiträgen des Landes für die Gemeinden veranschlagt. „Wir haben mit der operativen Arbeit in den Wasserverbänden begonnen und fahren mit der detaillierten Planung und Umsetzung von Projekten fort. Dies geht zu Lasten der Gemeinden.” Bürgermeister Michael Huber von Stans als Präsident des Wasserverbandes Mittleres Unterinntal und Michael Riedhart Bürgermeister von Wörgl als Präsident des Wasserverbandes Unteres Unterinntal sehen in dem besonderen Beitrag einen großen Schub zur rechten Zeit.

Starte mit Unterkünften in Stans/Jenbach und Kramsach/Voldöpp

Die nächsten Schritte im Mittleren Unterinntal sind der Neubau der Steinernen Brücke in Schwaz und die Anlage des Hochwasserschutzes für Jenbach. „Es besteht die Gefahr, in der Steinbrücke stecken zu bleiben. Mit dem Neubau, dessen Fertigstellung für 2024 geplant ist, beseitigen wir eine Kanalsperre und reduzieren die Hochwassergefahr in Schwaz. Für das 690.000 Kubikmeter Wasser fassende Retentionsgebiet Stans / Jenbach wird derzeit das Einreichprojekt abgeschlossen. „Wir müssen noch mit den Grundstückseigentümern sprechen, damit wir das Gewerbe- und Wohngebiet Roßschwemme schützen können, das bei einem Hochwasser sehr früh überschwemmt wird und eine hohe Wahrscheinlichkeit hat, schnellstmöglich Schaden zu nehmen.“ . Gewerkschaftspräsident Michael Huber beschreibt die nächsten Schritte im Mitteltal des Unterinns. Auch im Unteren Unterinntal wird intensiv gearbeitet. „Wir schreiten mit der Detailplanung für die Containment-Bereiche voran und wollen mit dem Naturschutzgebiet Kramsach/Voldöpp beginnen, das den Schutz von Brixlegg und Rattenberg und teilweise für Kramsach und Radfeld ermöglicht. Gespräche mit Grundstückseigentümern beginnen im Frühsommer im Retentionsraum Kramsach / Voldöpp. Der detaillierte Plan soll bis Ende des Jahres vorliegen. Gleichzeitig treten wir in einen Dialog mit den Eigentümern, den Bürgerinitiativen und der Bevölkerung“. erklärt Wörgls Bürgermeister Michael Riedhart für das Untere Unterinntal.

Alpine Kraftwerksspeicher sind vorhanden

Die weiteren Schritte der Wasserverbindungen orientieren sich an der bestehenden Schutzidee und den zugrunde liegenden Modellen und Daten. Die Studie zu den Auswirkungen der alpinen Kraftwerksspeicherung auf den Inn liegt ebenfalls vor. „In dieser Studie betrachten wir nun die Auswirkungen dieser großen Energieprojekte auf die Hochwassersituation am Inn, die bereits im Gange sind oder ein realistisches Potenzial haben. Wie wir bereits aus früheren Studien wissen, nimmt die Wirkung der Zurückhaltung mit zunehmender Entfernung ab. Die Einlagerung des Alpenkraftwerks verbessert den Hochwasserschutz im Ötztal deutlich, ersetzt aber nicht die Hochwasserschutzmaßnahmen am Inn. „Für das Unterinntal wäre das hochwasseroptimierte Kraftwerk Kaunertal nach seiner Realisierung eine zusätzliche Versicherung gegen den Klimawandel, für das Ötztal sicherlich ein enormer Sicherheitsgewinn.“ fasst LHStv Josef Geisler zusammen.

Sicherheitsgewinn für Ötztal, Zusatzversicherung für Inntal

Die Studie untersuchte insbesondere die Auswirkungen des im Bau befindlichen 68 km2 großen Einzugsgebiets auf das Kraftwerk Kühtai und die geplante Erweiterung des 280 km2 großen Kaunertalkraftwerks auf die Inntalaue. Es wurde angenommen, dass die Stauseen eine unbegrenzte Kapazität haben würden, um Hochwasser einzudämmen. „Nach Umsetzung der Kraftwerkserweiterungen ist die Minderungswirkung an der ztztaler Ache im Bereich Umhausen mit fast 20 % größer. Statistisch gesehen läge die Hochwasserwelle nach Umsetzung der beiden Erweiterungen des Inn-Kraftwerks am Pegel Oberaudorf an der Grenze zu Bayern um 3,2 Prozent niedriger. , erklärt Markus Federspiel, Leiter der Abteilung Wasserwirtschaft. Beim Hochwasser 2005 hätten die beiden zusätzlichen Kraftwerksspeicher im Tiroler Oberland die Hochwasserspitze in Oberaudorf nur um 1,8 Prozent oder sechs bis sieben Zentimeter reduziert. „Jedes Hochwasser ist anders. Ob und inwieweit Stauseen wirksam sind, hängt immer von der Niederschlagsverteilung ab. Das kennen wir bereits aus anderen Studien“.

die Halteplätze bleiben unverändert

Die zentrale Frage für Grundstückseigentümer in den geplanten Naturschutzgebieten im Unterinntal ist, ob sich durch die zusätzliche Speicherung des Kraftwerks der Flächenbedarf für die Naturschutzgebiete verändert. „Der Umfang der Naturschutzgebiete bleibt unverändert. Überschwemmungen in Retentionsräumen treten jedoch seltener auf und der Wasserstand ist teilweise niedriger. Auch wenn die beiden zusätzlichen Kraftwerksspeicher Kühtai und Kaunertal bereits in Betrieb wären und daher überhaupt nicht in das Schutzvorhaben einbezogen werden könnten, würde dies zu keinen wesentlichen Änderungen des Vorhabens führen. Zum Schutz der Bevölkerung und des Eigentums im Tal des Unterinns werden sowohl die Eindämmungsbereiche als auch die Schutzdämme und -mauern in vollem Umfang benötigt“. fasst Markus Federspiel zusammen. Lesen Sie mehr zum Thema Hochwasserschutz HIER