Ergebnis „durchweg positiv“

Im vergangenen Jahr blieb die heutige Kremsmüller Anlagenbau GmbH mit einer Betriebsrendite von 160 Mio. € auf dem Niveau von 2020, die Gruppe hatte eine Betriebsrendite von 205 Mio. €. Das Ergebnis war „durchweg positiv“ und sehr zufriedenstellend. Für dieses Jahr erwartet Kremsmüller, dass die operative Leistungsfähigkeit und die Zahl der Mitarbeiter – in der 1.700-Gruppe, davon 1.300 in Österreich – gehalten werden. Das Personal wird dringend benötigt.

Die Geschäfte gingen aufgrund des Lockdowns zunächst zurück

Obwohl Lockdowns die Projektarbeit im Jahr 2021 zunächst bremsten, gebe es ab der zweiten Jahreshälfte „erhebliche Auftragseingänge“. Die Kremsmüller Gruppe startete 2022 mit ausstehenden Aufträgen in dreistelliger Millionenhöhe. Viele Projekte werden über das laufende Jahr hinaus ausgeweitet. Der Krieg in der Ukraine und Sanktionen gegen Russland haben das in Steinhaus bei Wels ansässige Unternehmen offenbar nur am Rande getroffen: Lediglich ein Projekt mit direktem Bezug zu Russland musste Kremsmüller zufolge abgesagt werden, die Ergebnisse seien aber „überschaubar“. Auch der Gasausfall würde das Unternehmen nicht direkt treffen, da die Holzhackschnitzel zum Heizen verwendet werden und in der Produktion kein Gas benötigt wird, betonte er. Allerdings könne nicht abgeschätzt werden, wie sich eine solche Entwicklung „auf Kundenseite auswirken“ würde.

Materialpreise sind oft nur am Tag des Angebots gültig

Das Team spürt viel mehr das Problem der Lieferkette. „Oft sind es Einzelstücke in Materiallieferungen, die plötzlich nirgendwo auf der Welt mehr verfügbar sind. Dann beginnt die Suche nach Alternativen“, sagt Kremsmüller. Bei neuen Angeboten müssen Sie mit dem Kunden Preisgleitklauseln vereinbaren, die Materialpreise gelten nur für den Tag des Angebots, beschriebene gängige Praxis. Daher würden sich wohl einige Projekte verzögern – obwohl Projekte im Unternehmen ohnehin oft über mehrere Jahre geplant sind. Aber: “Wir erwarten während Corona ein ähnliches Ergebnis: Wenn nicht investiert wird, wird mehr repariert” und das wiederum sei gut für das Instandhaltungsgeschäft.

„Grüner Wasserstoff wird beschleunigen“

„Aber wir sehen in der Krise auch einige Chancen. „Sie entwickeln sich um alle alternativen Energiequellen herum“, sagte Kremsmüller. Es sei auch zu beobachten, dass Energieversorger massenhaft an der Fernwärmeinfrastruktur arbeiten, sagte er, dürfe aber keine konkreten Aufträge nennen. Auch Kremsmüller rechnet damit, dass sich die Produktion von grünem Wasserstoff, die aufgrund niedriger Gaspreise bisher die Größe der Pilotanlagen leicht überstiegen hat, stark beschleunigen wird.

Neuer Partnerstandort in Chemnitz

Aktuell ist Kremsmüller am derzeit größten Projekt für industrielle Abwärme in Deutschland beteiligt, bei dem die Abwärme des Hamburger Kupferkonzerns Aurubis bis 2024 mehr als 20.000 Haushalte beheizen soll. Sie beteiligen sich auch an dem Forschungsprojekt der Oberösterreichische „Wärmeautobahn“, die sich auch mit der Nutzung von Abwärme durch große Industrieunternehmen beschäftigt. Kremsmüller baut derzeit einen neuen Standort in Chemnitz für seine deutsche Tochtergesellschaft Max Straube, die sich seit Jahren mit Energiewendeprojekten beschäftigt.