Apfel       

Apple hat erstmals eine ausführliche Anleitung zur Selbstreparatur defekter iPhones veröffentlicht. Mittlerweile bietet der Konzern auch Ersatzteile für Privatanwender an. Bisher waren die Besitzer eines defekten iPhones auf sich allein gestellt. Wer die Reparaturkosten, die in der Nähe des Neupreises eines Gerätes liegen, Apple nicht direkt zahlen wollte, sollte sein Glück bei freien Werkstätten versuchen. Diese wiederum konnten Ersatzteile nicht direkt von Apple beziehen, sondern mussten auf den Graumarkt zurückgreifen. Die Reparatur selbst war selbst für Profis alles andere als einfach, da Apple keine Baupläne für das iPhone zur Verfügung stellte. Websites wie „iFixit“ haben das Innere des iPhones minutiös dokumentiert. Schließlich verwendet Apple spezielle, nicht standardmäßige Schrauben, die dann einen zusätzlichen Schraubendreher erfordern.

Eine Reparatur war oft unmöglich

Dieses Verhalten löste weit verbreitete Kritik an Apple aus, einschließlich Gesetzesinitiativen, die darauf abzielten, ein „Recht auf Reparatur“ zu etablieren. Viele iPhones landeten aufgrund kleinerer Mängel auf der Mülldeponie, da eine Reparatur unter diesen Bedingungen nicht wirtschaftlich war. Apple hat sich seit letztem Jahr etwas geöffnet. Zunächst wurden Ersatzteile und freie Werkstätten beschafft, nun stehen Reparaturanleitungen erstmals der breiten Öffentlichkeit zur Verfügung. Erstens gibt es Treiber für neun iPhone-Modelle, die in den letzten zwei Jahren veröffentlicht wurden: das iPhone 12, 12 mini, 12 Pro und 12 Pro Max, das iPhone 13, 13 mini, 13 Pro und 13 Pro Max und sein drittes iPhone SE-Generation. Die Anleitung umfasst jeweils rund 80 Seiten und beschreibt Schritt für Schritt, wie Monitor, Kamera, Akku, Lautsprecher und Vibrationsmotor repariert oder ausgetauscht werden. Dazu bedarf es allerdings noch einiger technischer Details.

Ersatzteile zu moderaten Preisen

In den USA können Privatanwender die benötigten Teile jetzt direkt bei Apple bestellen, in Europa wird dies in wenigen Monaten möglich sein. Die Preise sind sehr mittelmäßig, was für Apple ungewöhnlich ist. Ein neuer iPhone 13-Akku kostet etwa 70 US-Dollar. Wenn Sie die alte Batterie dann einsenden, erhalten Sie eine Rückerstattung von ca. 25 USD. Apple vermietet auch zwei Werkzeugkisten mit allem nötigen Equipment für Reparaturen, falls man diese nicht schon in der Garage stehen hat. Beide Boxen wiegen 45 und 40 Pfund und kosten 49 Dollar pro Woche. Dazu gehört aber auch wirklich professionelles Werkzeug, wie zum Beispiel ein Gerät, bei dem der Bildschirm erhitzt wird, damit er abgenommen werden kann. “IFixit” lobt Apples Schritt, weist aber auf ein Motto hin: Um Ersatzteile zu bestellen, muss man die iPhone-Seriennummer eingeben. Ist die Reparatur abgeschlossen, prüft Apple, ob das Teil auch auf dem „richtigen“ iPhone verbaut ist – nur dann funktioniert es einwandfrei.