Jetzt, 55 Jahre später, sieht der Club aus Ostspanien von Anfang an kein Land in der Beatles-Stadt. Kipper Rowley spielt zum ersten Mal in nur zwei Minuten, die Underdog-Abwehr ist wie ein riesiges Betonquadrat. Die Taktik von Starcoach Unai Emery ist klar: Die Null muss stehen. Man kann es ihm nicht verübeln, schließlich hat sein Klub nur 138 Millionen zur Verfügung. Peanuts im Vergleich zu den Schwergewichten der Premier League, die allein aus TV-Geldern mehr Einnahmen erwirtschaften als die Spanier.

Ein Eigentor retten die Roten

Für Millionen von Liverpool macht es Sinn, das Spiel in die Hand zu nehmen, Statistiker verzeichnen 64 % Ballbesitz und 5:0-Zugänge nach 20 Minuten. Doch die Engländer sind lange nicht verpflichtet, Mane vergibt mit dem Kopf, Thiago verpasst aus der Distanz an der Latte. Nach einer halben Stunde schreien die Fans nach Divock Origi. Der Mann, der jahrzehntelang nur Reserve ist, aber in kritischen Momenten entscheidende Tore schießt. Allerdings ist er kein Spieler von Liverpool, der zum Dosenöffner wird, sondern ein Verteidiger von Villarreal. Service Estupinan schickt den Ball von Hendersons Flanke leider ins Netz.

Liverpool bleibt an der Macht

Der Außenseiter ist geschockt, Liverpool ist immer noch an der Macht. Salah bedient Mane. Er dreht den Ball über Rowley hinweg über die Linie. 2:0 Die Entscheidung. In der Folge droht das gelbe U-Boot zu sinken, Robertsons Tor wird wegen Abseits annulliert und die Spanier kommen nur schwer aus der eigenen Hälfte. Auf dem Weg ins Halbfinale hatte das Team von Unai Emery Juventus und die Bayern eliminiert, nun müssen die City-Gegner der Beatles das Ende der Fahnenstange markieren. Di Torre: 53. Estupinan (ET) 1:0, 55. Santio Mane 2:0.