Der Zeitplan ist noch unklar

Während die Verteilung der Fördermittel bereits in vollem Gange ist – der Bund zahlt bis zu 85 Prozent, während das Land Tirol über ein Fördermodell 50 Prozent der Kosten des Projekts von den Gemeinden trägt – ist der Zeitplan noch vage. „Wir sind seit langem in Gesprächen mit Grundstückseigentümern und klären derzeit Details zur Bewirtschaftung der Flächen“, sagte Landeshauptmann-Stellvertreter Josef Geisler (ÖVP) am Mittwoch auf einer Pressekonferenz in Innsbruck. Unabhängig vom Fahrplan betonte Geisler, dass die auf Schätzungen beruhende Summe mehr als gerechtfertigt sei. „Wir sprechen von 3.700 Gebäuden und 280 Hektar Bauland in den 20 hochwassergefährdeten Gemeinden zwischen Terfens und Wörgl“, sagte er. Der potenzielle Schaden, der eintreten werde, werde sich schließlich auf 900 Millionen Euro belaufen, fügte er hinzu.

Maßnahmenbecken am Inn

Um diesen möglichen Schaden oder Teile davon zu verhindern, wird nach Angaben der Wasserwirtschaftspräsidenten in naher und ferner Zukunft ein komplexes Maßnahmenpaket zum Einsatz kommen, was insbesondere der Inn fordert. „Als nächster Schritt wird beispielsweise die Durchflussmenge an der Steinbrücke in Schwaz erhöht, um Verstopfungen zu vermeiden“, sagt Michael Huber, Präsident des Wasserverbandes Mittleres Unterinntal und Bürgermeister von Stans. Zudem würden in Stans-Jenbach derzeit Containment Areas, also Hochwasserschutzgebiete behandelt, sagt Huber. Michael Riedhart, Präsident des Wasserverbandes Unteres Unterinntal und Bürgermeister von Wörgl, versprach auch hier deutliche Verbesserungen durch neue Naturschutzgebiete in Kramsach-Voldöpp, die die Gemeinden Kundl, Radfeld und Rattenberg schützen sollen.

Lager des Alpenkraftwerks

Markus Federspiel, Leiter der Abteilung Wasserwirtschaft des Landes Tirol, hat weitere Hochwasserschutzmaßnahmen für die Tiroler Gemeinden umgesetzt. Laut einer Studie der TU Wien würden Großspeicher für Kraftwerke in den Alpen auch bei außergewöhnlichen Hochwassersituationen helfen, die Situation zu entschärfen. Mit zwei neuen Kraftwerken und relativ großen Speichern ließen sich beispielsweise Hochwasserspitzen deutlich reduzieren, so Federspiel.